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Interview mit Herrn Gerhard Frey

Die Appenzeller Gemeinde Teufen ist u. a. bekannt für den Sitz vieler Kliniken und Naturheilärzte. Wir haben mit Herrn Gerhard Frey, dem ehemaligen Gemeindehauptmann von Teufen, über die Bedeutung der Naturheiler für das Appenzellerland gesprochen.
  • gesundheitskanton.ch: Herr Frey, stellen Sie unsern Lesern in wenigen Sätzen Ihre Gemeinde vor.

Die Gemeinde Teufen, bestehend aus den Ortsteilen Lustmühle, Niederteufen, Dorf und Tobel, liegt an den Südhängen des Hügelzugs der Eggen mit freier Sicht auf den Alpstein und den Säntis. Grüne Wiesen und dunkle Wälder säumen die an die Stadt St. Gallen im Norden und an den Kanton Appenzell Innerrhoden im Süden grenzende Ortschaft. Der Dorfkern der stattlichen Gemeinde wird dominiert durch die vom bekannten Baumeister Grubenmann geschaffene Kirche. Habliche Bürgerhäuser scharen sich mit diesem Baudenkmal zu einem markanten Dorfbild. Die gemütliche Dorfatmosphäre und die ideale voralpine Lage zwischen 800 und 1000 m ü. M. schaffen vorzügliche Bedingungen für Wohnen, Arbeiten und Ferien. Teufen ist die zweitgrösste Gemeinde im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Ihre Attraktivität verdankt sie sowohl der lieblichen Lage wie auch dem milden Steuerklima (steuergünstigste Gemeinde im Kanton).

Zur Person

Gerhard Frey ist seit dem Jahre 2000 (nebenamtlicher) Gemeindepräsident von Teufen und Mitglied des Ausserrhoder Kantonsrates. Hauptberuflich war er bis zur Frühpensionierung Ende 1999 in der Telekommunikationsbranche tätig, zuletzt als Leiter der Ostschweizer Direktion der Telecom PTT/Swisscom.

Gerhard Frey

  • gesundheitskanton.ch: Sie beschreiben uns Teufen als gesunde Gemeinde. Wir nehmen an, das wird sie bleiben, oder anders gefragt: Wie sehen Sie die Zukunft des Dorfes?

Auch wenn Teufen in den letzten Jahren gewachsen ist: Die appenzellische Gemütlichkeit ist geblieben. Heimelige Beizli und hochdotierte Gourmet-Lokale laden zum Verweilen und Geniessen ein. Neben gemütlichen Restaurants und bekannten Kaffeehäusern/Konditoreien werben vier heimelige Hotels und eine Pension um die Gunst der Gäste. Innovative Dienstleistungsbetriebe bieten ihre Spezialitäten an.

Mit einem bei der Bevölkerung abgestütztem Prozess hat sich die Gemeinde anfangs 2004 ein Leitbild gegeben und darin die wichtigsten Ziele für die nächsten Jahre beschrieben. Nebst Aussagen zur Altersversorgung enthält das Leitbild auch die folgende Beschreibung: „Die Gesundheit der Bevölkerung ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir setzen Zeichen im Bereich der gesundheitlichen Prävention und entwickeln Programme, die sich an den Gesundheitszielen für die Schweiz gemäss SGPG orientieren.“

  • gesundheitskanton.ch: Sicher wird Teufen auch für Erholungssuchende und für jene, die bei Naturheilärzten Rat einholen, attraktiv bleiben? Verzeichnen die Naturheiler auch über Patienten aus dem Ausland?

Die landschaftlich einzigartige Schönheit zwischen Alpstein und Bodensee macht Teufen zu einem beliebten Ziel für (Naherholungs-)Touristen. Neben Ausflüglern, die vor allem das gut ausgebaute Wanderwegnetz schätzen, werden immer mehr auch Gäste angezogen, die vom vielfältigen Gesundheitsangebot in der Gemeinde profitieren. Zwei Privatkliniken, eine Augenklinik und zahlreiche Praxen für Naturheilkunde sind um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kurgäste aus nah und fern bemüht.

  • gesundheitskanton.ch: Wenn wir die Grenzen nun etwas weiter ziehen, was fällt Ihnen zu den Stichwörtern Gesundheit und Appenzellerland ein?

Gesundheit und Appenzellerland sind schon seit vielen Jahren zwei eng miteinander verbundene Begriffe, man könnte fast von Synonymen sprechen. Ich erinnere zum Beispiel an die Touristen, die schon vor hundert Jahren ins Appenzellerland zur Molkenkur gefahren sind. Erfreulicherweise hat sich das Gesundheitswesen stets den Entwicklungen der Zeit angepasst. Geblieben ist jedoch das Vertrauen der Kundschaft, ein Vertrauen, das sich alle im Gesundheitswesen tätigen Personen und Institutionen jeden Tag neu verdienen (müssen). Das Appenzellerland wird von vielen Leuten als „heile Welt“ eingeschätzt.

  • gesundheitskanton.ch: Das Appenzellerland ist ein El Dorado für die Alternativmedizin wegen einem gesetzlichen Sonderstatus. Wird der Kanton diesen Status in Folge der Europäisierung langfristig behalten können?

Die freie Heiltätigkeit war früher einmal eine appenzellische Besonderheit, heute kennen auch andere Kantone ähnliche Regelungen. Das Gesetz betreffend die Freigebung der ärztlichen Praxis im Kanton Appenzell Ausserrhoden von 1871 wurde im Jahr 1965 durch ein Gesundheitsgesetz ersetzt. Das Appenzellerland profitiert vom guten Ruf, den die damaligen Pioniere begründet haben. Wie in anderen Bereichen auch, sorgen bekannte Namen von Personen oder Institutionen für die nachhaltige, grosse Ausstrahlung, auch über die Schweizer Grenzen hinaus.

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  • gesundheitskanton.ch: Wie gross ist die Bedeutung der Naturheiler in wirtschaftlicher Hinsicht für das Appenzellerland?

Für Ausserrhoden ist gemäss früheren volkswirtschaftlichen Studien die Gesundheitsbranche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Einerseits schafft diese Branche mehrere tausend Arbeitsplätze im Kanton, dies führt andererseits zu einer Wertschöpfung von über 10% am Bruttosozialprodukt.

  • gesundheitskanton.ch: Wie gross ist die Bedeutung der Gesundheitsbranche in touristischer Hinsicht?

Unser vielfältiges touristisches Angebot wird selbstverständlich auch von Gesundheitstouristen geschätzt. Dies gilt für das gut ausgebaute Wanderwegnetz, aber auch für die vielfältigen Sportinfrastrukturen. Hotels und Restaurants leben zu einem wesentlichen Teil von der Gesundheitsbranche. In Teufen beispielsweise stammen mehr als die Hälfte der über 16'000 Übernachtungen pro Jahr von Besuchern unserer Ärzte und Kliniken resp. deren Begleitpersonen.

  • gesundheitskanton.ch: Teufen hat eine sehr hohe Dichte an Naturärzten und Kliniken. Wie ist es dazu gekommen?

Vor allem im St. Gallischen war Teufen früher wegen der Vielzahl von kantonal approbierten Zahnärzten bekannt. In den heutigen Tagen wird der Ruf von Teufen nebst den Naturärzten vor allem durch die Beritklinik Niederteufen, die Paracelsus Klinik Lustmühle und die Augenklinik Scarpatetti sowie durch das Gesundheitszentrum Vogel in die Welt hinaus getragen. Drei Faktoren haben aus meiner Sicht wesentlich zur Bedeutung Teufens als Wohnort aber auch im Gesundheitsbereich beigetragen: Erstens ist die attraktive Lage der Gemeinde „auf der Sonnenterasse des Appenzellerlandes“ nach wie vor ein grosser Anziehungspunkt; Zweitens ist die sehr gute Verkehrserschliessung mit Schiene und Strasse und die gute Erreichbarkeit von nah und fern ein wichtiger Faktor und Drittens erbringen immer wieder Einzelpersonen, begünstig durch die weltoffene Denkweise in der Bevölkerung, ausserordentliche Leistungen, die zu Erfolgen weit über die Gemeindegrenzen hinaus geführt haben.

  • gesundheitskanton.ch: Herr Frey, besten Dank für die Beantwortung dieser Fragen.

26.10.2004

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